Weidehaltung für Kühe gibt es schon lange. Auch der Anblick von Hühnern, die sich auf der Wiese tummeln und nach Insekten picken, ist keine Seltenheit. Für Schweine gab es Vergleichbares bisher nur in Ausnahmefällen und im kleinen Stil. Bei der Entwicklung des Wiesenschwein-Systems galt es, verschiedene Schwierigkeiten zu überbrücken.

Schweine wühlen und verdichten den Boden mit ihren Klauen.Lässt man Schweine auf der Wiese, verwandelt sich diese in kürzester Zeit in einen schlammigen Acker. Will man also Wiesenschweine und keine Schlammschweine, braucht man sehr viel Platz, damit die Schweine häufig rotieren können. In der kleinräumigen Schweiz ist das nicht ganz einfach. Im Wiesenschwein-System lösen wir das Problem mit mehreren Tricks:
  • Trick 1:  Flächen, die grün bleiben sollen, sind mit ein Kunststoff-Rasenschutzgitter versehen. Es schützt die Grasnarbe und den Boden vor den Rüsseln und Klauen der Schweine.
  • Trick 2: Wir lenken die Schweine ab: mit Maiswürfeln, die wir auf die Holzschnitzel des Waldbodens streuen. So wühlen und suchen sie hauptsächlich dort nach Futter.
  • Trick 3: Wir lassen die Schweine nur für eine beschränkte Zeit in ihrer aktiven Phase auf die Wiese. So erleben sie mehr Abwechslung, immer wieder Neues und kommen nicht auf dumme Gedanken. Das Wiesenschwein-System eignet sich also auch für grosse Betriebe.

Auf dieser grossen Fläche haben die Schweine genug Platz, um sich zu bewegen, ja, sich richtig auszutoben. Die ganze Wiese ist mit einem Kunststoff-Rasenschutzgitter versehen, das die Grasnarbe vor den Klauen und Rüsseln der Schweine schützt. Die Hälfte der Fläche ist mit verschiedenen Bäumen bepflanzt, die im Sommer Schatten spenden und die empfindliche Haut der Schweine vor der Sonne schützen. Im Wald-Teil ist der Boden mit Holzschnitzeln bedeckt. Hier können die Schweine wühlen und graben. Zusätzlich können automatisch Maiswürfel gestreut werden, nach denen die Schweine suchen. Der Zugang zu Wiese und Wald ist möglich bei relativ trockenen Verhältnissen oder bei richtig viel Schnee – genau wie bei den Weiden für Kühe oder Hühner.

Die Wiesen- und Waldfläche ist so gross, dass die Schweine genug Platz haben, um sich ausgelassen zu bewegen und herumzurennen. Die Berechnung der Fläche folgt einer einfachen Formel. Ein Beispiel: Für eine Gruppe von 40 Tieren (über 60 Kilogramm) beträgt die Fläche an Wald und Wiese 350 m2. Das entspricht etwa einem zusätzlichen Platzangebot von sechs Mal der Gesamtfläche von Stall und Balkon.

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Rennen

Da staunt das Wildschwein, schaut, wie das Wiesenschwein über die Wiese prescht. Um diesen Baum. Um den hier. Diesen auch noch! Vollgas! Da juckt es auch das Wildschwein in den Beinen. Oh ja, Schweine mögen es, einfach mal so richtig zu rennen.